Warum bekommen nicht alle Pferde auf derselben Weide Hufrehe?
HUFGURU's Erklärung für dieses Phänomen
Warum bekommen nicht alle Pferde auf derselben Weide Hufrehe?
Wenn Gras (und seine Inhaltstoffe - wie hoher Fruktangehalt) die alleinige Ursache von Hufrehe wäre, müsste man sich das dann nicht fragen?
2 Pferde, 5 Pferde, 15 Pferde können auf derselben Weide stehen, dasselbe Gras fressen und trotzdem völlig unterschiedlich reagieren. Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass Hufrehe multifaktoriell betrachtet werden muss. Es geht also nicht nur um die Frage:
„Wie viel Gras frisst das Pferd?“ - sondern um das Zusammenspiel von ganz verschiedenen Faktoren.
Hufrehe ist multifaktoriell
Neben der Fütterung können unter anderem Stoffwechsel, Bewegung, Haltung, individuelle Konstitution und die mechanische Belastung des Hufes eine Rolle spielen.
Auch die Frage, ob ein Pferd tatsächlich artgerecht und seinem individuellen Bedarf entsprechend ernährt wird, ist dabei relevant. Eine dauerhaft nicht passende Ernährung kann den Stoffwechsel belasten. In meiner Betrachtung spielt dabei auch das Thema Übersäuerung und die daraus entstehenden Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse eine Rolle.
Doch damit endet die Betrachtung für mich nicht beim Stoffwechsel, denn ein Pferd hat nicht nur einen Stoffwechsel – es hat auch vier Hufe, die täglich enorme mechanische Kräfte aufnehmen und weiterleiten müssen.
Was hat die Hufmechanik damit zu tun?
Die Form eines Hufes bestimmt mM nach wesentlich, wie Kräfte innerhalb des Hufes wirken und verteilt werden. Dabei sind beispielsweise Zehenlänge, Zehenwinkel und Palmarwinkel nicht einfach optische Merkmale: Sie verändern die mechanischen Bedingungen, unter denen der Huf arbeitet.
Ein veränderter Palmarwinkel kann beispielsweise die Belastungsverteilung innerhalb des Hufes beeinflussen. Auch lange Zehen oder eine ungünstige Hufstellung können zu einer veränderten mechanischen Belastung führen. Und damit stellt sich eine spannende Frage:
Was passiert, wenn ein Stoffwechsel bereits belastet ist und gleichzeitig ein Huf mechanisch ungünstig belastet wird?
Genau diese Verbindung wird bei der Betrachtung von Hufrehe meiner Meinung nach häufig zu wenig berücksichtigt.
Warum bekommen also dann nicht alle Pferde Hufrehe?
Weil nicht alle Pferde dieselben Voraussetzungen mitbringen: Sie unterscheiden sich in Stoffwechsel, Fütterung, Bewegung, Haltung, Konstitution – aber auch in Hufform, Hufstellung und mechanischer Belastung. Zwei Pferde können also dasselbe Gras fressen und trotzdem völlig unterschiedliche Ausgangssituationen haben. Das eine Pferd hat möglicherweise einen funktionierenden Hufmechanismus und eine physiologische Hufstellung. Das andere trägt möglicherweise bereits eine mechanische Überlastung mit sich, beispielsweise durch Veränderungen der Hufgeometrie. Kommt dann ein zusätzlicher Stoffwechselreiz hinzu, kann das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten. Das Gras ist dann möglicherweise nicht die ganze Erklärung – sondern ein Faktor in einem größeren Geschehen.
Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den Huf
Hufrehe wird häufig erst dann offensichtlich, wenn das Pferd Schmerzen zeigt. Doch Veränderungen können möglicherweise schon vorher entstehen. Veränderungen der Hufform, der Zehenlänge, des Zehenwinkels oder des Palmarwinkels können Hinweise darauf geben, dass die mechanische Situation des Hufes nicht optimal ist. Das bedeutet nicht, dass jede Abweichung automatisch Hufrehe verursacht. Aber es bedeutet, dass wir den Huf nicht isoliert als „Endstation“ der Erkrankung betrachten sollten. Vielleicht müssen wir viel früher fragen, welche Belastungen den Huf bereits vor der eigentlichen Hufrehe treffen.
Das Zusammenspiel ist entscheidend
Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt: Hufrehe lässt sich nicht sinnvoll auf „zu viel Gras“ reduzieren. Sie ist ein multifaktorielles Geschehen, bei dem verschiedene Belastungen zusammenkommen können. Stoffwechsel. Ernährung. Bewegung. Haltung. Entzündungsprozesse. Hufmechanik. Hufform.
Und möglicherweise ist es gerade das Zusammenspiel dieser Faktoren, das erklärt, warum ein Pferd erkrankt und ein anderes unter scheinbar gleichen Bedingungen nicht.
Du möchtest verstehen, wie diese Faktoren zusammenhängen?
Die hier beschriebenen Zusammenhänge sind nur der Einstieg. In meinem E-Book „Hufrehe - ein ganzheitlicher Leitfaden" gehe ich wesentlich tiefer: Ich erkläre meine Sicht auf das multifaktorielle Geschehen der Hufrehe und beschäftige mich ausführlich mit Stoffwechsel, Ernährung, Entzündungsprozessen und den mechanischen Bedingungen im Huf.
Dabei geht es unter anderem um Hufform, lange Zehen, Palmarwinkel, mechanische Überlastung und die Frage, welche Rolle die Biomechanik bereits vor dem Auftreten einer Hufrehe spielen könnte. Wenn du Hufrehe nicht nur auf den offensichtlichen Auslöser reduzieren, sondern die Zusammenhänge dahinter verstehen möchtest, findest du die ausführliche Betrachtung in meinem E-Book.